Galizien und Rostotschien
 
 
 


Galizien und Rostotschien

Dort wo die Zeit langsamer läuft, und für diejenigen, die an ein bisschen längeren und ruhigeren Radferien interessiert sind, empfehlen wir diese eindrucksvolle 12-tägige Wanderung im reizenden, südöstlichen Zipfel Polens, dem Grenzgebiet zur Ukraine.

Jede Tagesetappe hat einen anderen Charakter. In den geheimnisvollen Waldkarpaten erkunden Sie eine beinahe fremdländische, naturbelassene Landschaft. Dann geht's durch das alte Königreich Galizien  mit seinen imposanten Kulturdenkmälern und seiner bunten Jugendstilarchitektur. In Rostotschien, eine der für Radler vielleicht beliebtesten Regionen Polens, erreichen Landidylle und Exotik ihren Höhepunkt. Der Zielort der Reise, Zamosc (eine faszinierende Renaissancestadt), hält für diese Tour ein weiteres Highlight bereit. Die Entfernungen zwischen den Unterkünften betragen zwar bis zu 70 km, oft aber bleiben wir 2 Nächte im selben Hotel (in Sieniawa, Horyniec und Zwierzyniec) in denen Sie sich entweder erholen, oder eine kurze Rundreise unternehmen können.


1.Tag (Samstag)
Ankunft in Krakau und Unterbringung.

2.Tag (Sonntag) Krakau - Arlamow.
Frühmorgens Abfahrt von Krakau nach Südosten. Nach ca. 5-6 Stunden Fahrt erreichen wir das malerische Tal des Flüsschens Wiar, mitten im Landschaftspark des Przemysl-Vorlands, den Ausläufern der Bieszczady (Ostkarpaten). Schließlich kommen wir zu einem großzügig angelegten Hotel in Arlamow. Bis vor wenigen Jahren war dieses Gebiet noch ein geschlossener Jagdbezirk der Regierung.

3.Tag (Montag) Arlamow - Przemysl     60 km Radfahren.
Wir fahren - größtenteils bei leichtem Gefälle - durch das "Adlertal" des Jamna-Baches, ein Gebirgstal, wo auf einer Strecke von 13 km eine schmale Asphaltstraße die einzige sichtbare Spur der Zivilisation ist, sonst gibt es nur Wiesen, Wälder und ein Bächlein. Die weitere Fahrt nach Przemysl verläuft durch das Tal des Flüsschens Wiar, z.T. direkt an der ukrainischen Grenze entlang. Dann fahren wir durch eine grüne Hügellandschaft, in der wir eine seltene Steppenflora finden, einen westlichen Ausläufer der asiatischen Pflanzenwelt.
Das auf einer Anhöhe gelegene Przemysl gilt mit seinen zahlreichen malerischen Kirchen als eine der schönsten Städte Polens. Przemysl war während des 1. Weltkriegs eine riesige Festungsanlage. Teile der Befestigungen (Festung "Letownia") besichtigen wir unterwegs.

4.Tag (Dienstag) Przemysl - Sieniawa    68 km Radfahren
In Przemysl fahren wir zuerst die Promenade am Fluss San entlang, dann nordwärts nach Jaroslaw, eine hübsche, historische, mittelgroße Stadt "im Radlerformat". Wir fahren über den Marktplatz mit seinen Renaissancehäusern, vorbei an der alten Stadtmauer und der orthodoxen Kirche bis zu einer Klosteranlage auf einem hohen, befestigten Hügel. Eine weitere kurze und leichte Etappe führt uns nach Sieniawa. Hier gibt es einen wahren Hotel-Höhepunkt der Reise: Übernachtung in einem Adels-Palast, in Räumlichkeiten, die zum Teil mit antiken Möbeln eingerichtet sind.

5.Tag (Mittwoch) Sieniawa - Lezajsk - Sieniawa     45 km Radfahren
Die Fahrt rund um Sieniawa führt durch Korbweide-Pflanzungen im San-Tal zum historischen Städtchen Lezajsk, wo noch ein Hauch des alten "Galiziens" und eines jüdischen "Schtetls" zu spüren ist.

6.Tag (Donnerstag) Sieniawa - Horyniec     65 km Radfahren
Heute erwartet uns eine Waldetappe. Wir lassen die Berge und das San-Tal hinter uns, und fahren ostwärts durch die ausgedehnten Waldgebiete des Solska-Urwaldes, wo noch Elch und Auerhahn anzutreffen sind. Auf einer guten und autofreien Asphaltstraße erreichen wir unser Quartier in dem kleinen Kurort Horyniec, der fast an der Grenze zur Ukraine liegt.

7. Tag (Freitag) Rund um Horyniec      15-20  km Radfahren
Nach einigen langen Etappen werden die Strecken jetzt kürzer und leichter. Nur fünf Kilometer von Horyniec entfernt, in Radruż, direkt an der Grenze zur Ukraine, befindet sich eine der ältesten orthodoxen Kirchen Polens. Es ist eine imposante hölzerne Wehrkirche aus dem 16 Jh mit Glockenturm, umgegeben von einer mächtigen Schutzmauer. Später kommen wir an einen Waldsee. Hier machen wir eine längere Rast. Wer will, kann in den See springen.

8. Tag (Samstag) Horyniec - Tomaszow     60 km Radfahren
Wir fahren ins Herz der Region Rostotschien hinein. Dieses für deutsche Touristen bisher völlig unbekannte Gebiet kann man als wahres Fahrradparadies bezeichnen: hübsche, idyllische Dörfer, kurze Entfernungen, auf den guten Straßen und Waldwegen ist wenig Verkehr. Die Landschaft ist sanft hügelig. Kleine Anhöhen bringen etwas Abwechslung. Für den Radfahrer sind sie aber ohne große Anstrengungen zu bewältigen.
Höhepunkt des heutigen Tages sind die tektonischen Schwellen, "Szumy" (Geräusche) genannt, eine geologische Besonderheit. Die Flüsse Tanew und Sopot bilden hier mehrere treppenartige, rauschende Wasserschwellen.

9. Tag (Sonntag) Tomaszow - Zwierzyniec    45 km Radfahren
Rostotschien ist mit seinen malerisch und eng gestreiften Feldern und Niemandsländern wohl eines der spektakulärsten Gebiete Polens. Auf fruchtbarem Lößboden breitet sich ein Mosaik aus Tabakfeldern und Streuobstwiesen aus. Charakteristisch sind auch die tiefen Schluchten und Hohlwege. Klare Bäche, saubere Flüsse und zum Schwimmen einladende Teiche und Seen bieten im Sommer die ersehnte Erfrischung. Die heutige Etappe folgt dem Tal eines des schönsten Flüsschen, der Wieprz (auf polnisch Sau), die wie ein krummer Schweineschwanz mäandert. Wir fahren an einigen noch funktionsfähigen Wassermühlen vorbei und halten zu Mittag im strohgedeckten Bauernhof in Guciow, wo wir auch die Heimatstube besichtigen.
Unser Ziel ist Zwierzyniec, ein großes Walddorf mit einer historischen Brauerei und einer kleinen, barocken Kirche auf einer Teichinsel. Wir befinden uns hier im Zentrum des Roztocze-Nationalparks. Hier bleiben wir zwei Nächte.

10. Tag (Montag) Rund um Zwierzyniec    50 km Radfahren
Zuerst besuchen wir das zum Nationalpark gehörende Teichgut, wo eine Herde frei lebender polnischer Koniks lebt. Diese urige Pferderasse, Nachfolger des osteuropäischen Wildpferdes wurde im hiesige Wildgehege des Grafen Zamojski seit dem 18 Jh. gezüchtet. Nachmittags geht's nach Szczebrzeszyn. Ein Stadtname, der selbst für Polen ein Zungenbrecher ist. Wir besichtigen hier eine gut erhaltene Synagoge und Radeln auf einer besonders malerischen Strecke zurück - durch Lößschluchten, Wälder, vorbei an Hopfen und üppig blühenden Gärten.

11. Tag (Dienstag) Zwierzyniec - Zamosc     30 km Radfahren.
Endlich kommen wir nach Zamosc, wo wir für eine Nacht in einem Altstadthotel bleiben. Diese Stadt ist der kulturhistorische Höhepunkt der ganzen Reise. Zamosc wurde von Jan Zamojski als private Stadt gegründet und von dem berühmten italienischen Architekten Bernardo Morano im Jahre 1580 entworfen. Sie gilt als einzigartiges Beispiel einer reinen Renaissancestadt, sowohl in Struktur und Anlage, als auch architektonisch. Die letzte Nacht verbringen wir in einem Hotel mitten in der historischen Altstadt.

12. Tag. (Mittwoch)
Morgens Abfahrt nach Krakau - der Bus kommt dort spätestens um 14 Uhr an. Von Krakau aus kann die Rückfahrt oder der Rückflug angetreten werden. Sollten Sie Ihre Rückreise erst am nächsten Tag antreten, buchen Sie bitte rechtzeitig eine zusätzliche Übernachtung bei uns. 

Reiseprofil

Die ganze Tour verläuft durch flaches oder leicht hügeliges Gelände. Die kleinen Steigungen sind auch für weniger geübte Radfahrer oder Kinder kein Hindernis. Nur am 4. Tag erwartet uns beim Verlassen des San-Tales bei Przemysl eine längere Steigung (ca. 100 m Höhenunterschied zum hohen San-Ufer), die aber mit einer herrlichen Aussicht entschädigt wird.

 

Termine 2017


GR-1     03.06 - 14.06
GR-2     08.07 - 19.07
GR-3     05.08 - 16.08
GR-4     02.09 - 13.09

Preise:

Geführte Tour:

1 Pers. im DZ/HP/11 Nächte EUR 980
1 Pers. im EZ/HP/11 Nächte EUR 1170


Individuelle Tour:

1 Pers. im DZ/HP/11 Nächte EUR 870
1 Pers. im EZ/HP/11 Nächte EUR 1060


Radmiete: EUR 60
Elektrorad: EUR 120

Verlängerung in Krakau: EUR 44 im DZ/ÜF EUR 69 im EZ/ÜFd 

Im Grundpreis enthaltene Leistungen:

  • Transport Krakau-Arlamow und Zamosc-Krakau
  • 11 Übernachtungen, Halbpension (Frühstück und Abendessen). Hotels unterschiedlicher Kategorien von einfachen ** bis zu sehr guten *** Zimmern, immer mit eigener Dusche/WC
  • Gepäcktransfer von Unterkunft zu Unterkunft
  • Fachkundige deutschsprachige Reisebegleitung (geführte Tour) bzw. Verleih von Karten-Set (individuelle Tour)

Nicht enthaltene Leistungen: Anreise nach Krakau, Eintritte, Besichtigungen, Ausgaben privater Art wie zusätzliche Mahlzeiten, Getränke oder Trinkgelder.

 

 

 

> siehe Bildergalerie 1...>


Bildergalerie 2...>


Bildergalerie 3...>


Reisebericht 2007 (pdf)...>